Herr E ist Eigentümer eines in der Gemeinde G gelegenen Grundstücks, das in seinem vorderen, zur Straße gelegenen Teil mit einem Wohnhaus bebaut ist; der hintere, 2.500 qm große Grundstücksteil wird als Garten- und Rasenfläche genutzt. An den hinteren Grundstücksteil schließt sich ein kommunaler Friehof an. Die Gemeinde G beschließt einen Bebauungsplan, der den vorderen Grundstücksteil als Allgemeines Wohngebiet festsetzt; der hintere Grundstücksteil wird für eine Erweiterung des bestehenden Friedhofs in Anspruch genommen. E greift den Bebauungsplan vor dem zuständigen Oberverwaltungsgericht mit einem sog. Normenkontrollantrag an und macht geltend, der Bebauungsplan leide an einem gravierenden Abwägungsfehler. Es sei für ihn, E, unzumutbar, künftig in unmittelbarer Nähe der Gräber zu wohnen. Im Verlaufe des Prozesses führt der Berichterstatter des mit der Sache befaßten Senats des Oberverwaltungsgerichts eine Ortsbesichtigung durch und erörtert die Sach- und Rechtslage mit den Beteiligten. Zugleich weist er sie darauf hin, der Senat erwäge eine Entscheidung durch (im schriftlichen Verfahren ergehenden) Beschluß. Darauf gibt der Anwalt des E zu Protokoll, für E und ihn komme eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung nicht in Betracht. Durch Beschluß vom 1. August 2008 weist der Senat den Normenkontrollantrag des E ohne mündliche Verhandlung ab. In der Begründung seines Beschlusses führt der Senat u. a. aus, er habe angesichts des vom Berichterstatter durchgeführten Ortstermins und der dabei stattgefundenen Erörterung der Sach- und Rechtslage eine mündliche Verhandlung für nicht erfoderlich gehalten.

Mit seiner Revision an das Bundesverwaltungsgericht macht E geltend, das Oberverwaltungsgericht habe nicht ohne mündliche Verhandlung entscheiden dürfen. Sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt. G verweist demgegenüber auf die Bestimmung des § 47 Absatz 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung. Wie wird das Bundesverwaltungsgericht entscheiden?

§ 47 Absatz 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung lautet: “Das Oberverwaltungsgericht entscheidet durch Urteil oder, wenn es eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich hält, durch Beschluß.”